Wir
sollten uns passend zum Seminarinhalt, zu einem freigewählten Kunstwerk der
Ausstellung überlegen, was mit dem Werk passiert, wenn es ein Denkmal
werden würde. Welche Botschaft würde es dann übermitteln?
Das
Kunstwerk von Elena Artemenko „Comfortable Protest“ war meiner Kommilitonin Vicky
Bargel und mir schon zuvor positiv aufgefallen und so wandelten wir dieses Werk in ein
Denkmal um.
![]() |
| Eigene Skizze des Kunstwerks "Comfortable Protest" |
Bereits
das Aussehen erinnert an ein Denkmal, da es wie eine Skultpur oder Plastik auf
einem Sockel im Raum bzw. Flur steht. Ein
Oberkörper einer Schaufensterpuppe trägt einen sogenannten „multifunktionalen
Protestrucksack“. Einen aufklappbaren Tisch, auf dem ein Rettungskoffer, Stifte
und Lappen, ein Regenschirm und eine Protestmütze haften. Die Rückseite des
Koffers ist als wiederverwendbares Plakat bzw. Whiteboard gedacht, auf das man
mit den oben klebenden Stiften schreiben kann.
Für
Vicky und mich war klar, dass so ein Denkmal an Aktivisten erinnern würde.
Vicky
erkennt darin eine Erinnerung oder ein Gedenken an all die Leute, die auf die
Straße gegangen sind und für ihre Meinung eingestanden haben (Hier zu lesen.)
![]() |
| Eigene Skizze des Kunstwerks "Comfortable Protest" |
Für
mich allerdings wäre es eine andere Art von Erinnerung...
Eine
Erinnerung oder Mahnung an uns, wie wenig wir hier in Deutschland doch auf die
Straße gehen, wie wenig wir für etwas einstehen, wie faul wir einfach sind.
Dass jemand einen multifunktionalen Rucksack erfinden muss, um uns zu
motivieren etwas zu verändern. Ein Rucksack, der uns ermöglicht sich während
des Protest hinsetzen zu können, weil alles so stressig ist oder einen Regenschirm,
damit wir bloß nicht nass werden.
Ein leichtgemachter Protest eben.
So zeigt der Rucksack auch, was für harmlose Demonstrationen
wir hier führen, wenn der Regen das Schlimmste sein soll, was passieren kann.
All die Gefahren sind auf den kleinen Kasten begrenzt.
Das Werbevideo zu dem Rucksack, das auf russisch (und ironisch)
gedreht ist und die grelle Demonstranten-Mütze
im Rucksack, erinnern an die aktuellen Demonstrationen in Russland
![]() |
| Pussy Riot. Photograph: Vanya Berezkin/Corbis/Artchronika magazine |
Diese Aktivistinnen wurden für ihre Meinungsäußerung
inhaftiert, ihnen drohten sogar sieben Jahre Haft. Uns drohen für
Meinungsäußerungen keine Gefängnisstrafe und trotzdem scheint es zu mühselig
was zu ändern.
Dieses Kunstwerk als Mahnmal betrachtet, erinnert gerade
durch die Assoziation mit den Protesten in Russland daran, wie gut wir es hier
haben, wie leicht wir versuchen könnten was zu ändern.
Doch stattdessen bleiben wir uns ganz unserem Motto
treu:
Lieber meckern, statt ändern.


